Neue Verordnung ab 1.4.2006 - für Vertragsärzte der gesetzlichen Krankenkassen

Zusätzliche Qualifikation für die Verordnung einer Rehabilitation notwendig
Vertragsärzte der gesetzlichen Krankenversicherungen müssen ab dem 01.04.2006 erstmals konkrete Qualifikationen nachweisen, um Rehabilitationsmaßnahmen zu verordnen. Der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen hat im März 2004 neue Reha-Richtlinien beschlossen, nach denen die Verordnung von Rehabilitationen an bestimmte Bedingungen geknüpft sind.

Laut § 11 der Richtlinien müssen Vertragsärzte über eine rehabilitationsmedizinische Qualifikationen verfügen, hierzu zählt:
  • "die Gebietsbezeichnung (oder Facharztbezeichnung) "Physikalische und Rehabilitative Medizin" (...) oder 
    (...) die Zusatzbezeichnung "Sozialmedizin" oder Rehabilitationswesen" oder (...) die fakultative Weiterbildung "Klinische Geriatrie" (...) oder
  • eine (nachgewiesene) mindestens 1-jährige Tätigkeit in einer stationären oder ambulanten Rehabilitationseinrichtung (...) oder
  • im Jahr vor der Erteilung der Genehmigung (die Erstellung von) mindestens 20 Rehabilitationsgutachten auch für andere Sozialleistungsträger (...) oder
  • die (erfolgreiche Teilnahme) an einer Fortbildung von 16 Stunden (...), die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und den Spitzenverbänden der Krankenkassen anerkannt ist. (...)"

Notwendige Fortbildung

Inhaltlich soll in der 16-stündigen Fortbildung
  • die Handhabung der Reha-Richtlinien,
  • Grundlagen der ICF
  • und die Inhalte der verordnungsfähigen Leistungen der Rehabilitation
behandelt werden. Die Inhalte dieser Fortbildung werden in einem Curriculum vorgegeben, auf das sich die Partner der Richtlinien zurzeit verständigen.

Diese zusätzliche Qualifikation für die Verordnungsberechtigung betrifft ausschließlich die Vertragsärzte der gesetzlichen Krankenkassen, d.h. die neuen Rehabilitations-Richtlinien gelten nicht für die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation im Zuständigkeitsbereich der gesetzlichen Rentenversicherungen.
 
Bis zum Stichtag 01.04.2006 kann jeder Arzt wie gewohnt Rehabilitationsmaßnahmen verordnen. Danach ist dies für Vertragsärzte der Krankenkassen nur noch mit zusätzlicher Qualifikation möglich.

Die Ärztekammern sind auch hier Ansprechpartner für das Fortbildungsangebot.


Neuerungen beim Antragswesen


Die konkrete Verordnung einer Rehabilitationsmaßnahme ist ab dem 01.04.2006 wie folgt geregelt (bei Vertragsärzten der GKV):

nach neuer Verordnung
  • Der Vertragsarzt teilt der Krankenkasse mit Hilfe des Vordrucks 60 "Einleitung von Leistungen zur Rehabilitation oder alternativen Angeboten" die Notwendigkeit einer medizinischen Rehabilitation ebenso wie die Zusage des Versicherten, die Leistungen in Anspruch zu nehmen, mit.

  • Nach Eingang dieser Mitteilung prüft die Krankenkasse die Zuständigkeit und etwaige Gründe, die gegen eine Leistung zur medizinischen Rehabilitation sprechen. Die Krankenkasse unterstützt den Versicherten bei der Antragstellung und fordert den Vertragsarzt auf, die medizinische Indikation zu prüfen und bei deren Vorliegen eine Verordnung auszustellen.

  • Mit Hilfe des Vordrucks 61 "Verordnung von medizinischer Rehabilitation" und der Zustimmung des Versicherten verordnet der Vertragsarzt die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation. Dieser Vordruck wird dem Arzt von der Krankenkasse zur Verfügung gestellt.

Die beiden Vordrucke 60 + 61 können Sie auf der Website der Kassenärztlichen Bundesvereinigung herunterladen: www.kbv.de

Für Versicherte der Deutschen Rentenversicherung können alle Ärzte einen Antrag ausfüllen:
Wie beantragen Sie eine Rehabilitation für ein Kind oder einen Jugendlichen,
ggf. mit Begleitperson? G611
  PDF 50 KB

Antragsformulare zum Download finden Sie auf der Website der Deutschen Rentenversichrung: www.deutsche-rentenversicherung-bund.de